Saatgutfestival 2018 – Mainschleifenhalle Volkach

Samstag, 24. Februar 2018

von 10.00 Uhr – 17.00 Uhr

Mainschleifenhalle Volkach

Saatgut-Festival Flyer

 

Das Saatgut-Festival des Vereins open house e.V ist wieder da!
Größer, bunter und jünger denn je.

Die Besucher sind eingeladen, die Vielfalt der samenfesten und alten Saatgut-, Obst- und Gemüsesorten zu feiern sowie seltene Raritäten zu entdecken. Von 10 bis 17 Uhr erwartet alle Interessierten ein buntes Programm aus Vorträgen und Ausstellungen rund um die Themen Saatgut und biologische Vielfalt. Der „Markt der Vielfalt“ bietet aufgrund der nun größeren Fläche ein noch umfangreicheres Saatgutangebot und reichlich Platz für neue, spannende Ausstellungen. Mit kreativen Ideen sorgt das junge Team von „Brennpunkt“ für das leibliche Wohl der Besucher.

Das Saatgut-Festival wird seit 2011 von Barbara und Martin Keller, den Gründern der Projektwerkstatt open house, mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern organisiert. Es ist mit etwa zweitausend Besuchern inzwischen die größte Veranstaltung dieser Art in Deutschland. Zusätzliche organisatorische Unterstützung bekommt das Festival in diesem Jahr von Studierenden des CampusGarten an der Universität Würzburg, die mit ihrem Engagement Anknüpfungspunkte zur Urban-Gardening-Bewegung aufzeigen.
In den letzten Jahren gewann das Festival auch über die Landesgrenzen hinaus an Bedeutung: So konnte beispielsweise 2014 die Trägerin des alternativen Nobelpreises Dr. Vandana Shiva als Gast begrüßt werden, 2016 haben Vertreter aus Griechenland, Frankreich, der Schweiz, Italien und Österreich das Festival bereichert. In diesem Jahr bieten die Aussteller eine besonders große Auswahl: Es gibt hunderte von Tomatensorten in allen Farben und Formen, aber auch die ganze Palette der Gemüsesamen, alte und samenfeste Sorten, Raritäten und Bewährtes. Umfangreiche Ausstellungen zu Getreide-, Kartoffel- und Apfelsorten ergänzen das beeindruckend vielfältige Angebot.
Themen-Ausstellungen zu Kulturpflanzen und Migration, Landwirtschaft und Naturschutz greifen Themen von großer aktueller Relevanz auf.

Saatgut ist Allgemeingut – nicht Privatbesitz von Konzernen

Mit ihrem jährlichen Saatgut-Festival möchten die Veranstalter Barbara und Martin Keller für die Vielfalt der Sorten begeistern. Die Besucher sollen nicht nur dazu inspiriert werden, die Vielfalt zu genießen, sondern sie auch selbst im eigenen Garten anzubauen und zu erhalten. „Saatgut ist ein Weltkulturerbe und Allmende, eines der ältesten Gemeinschaftsprojekte der Menschheit“, sagt Barbara Keller. „Multinationale Konzerne wie Monsanto, Bayer oder BASF trachten danach, diese Allmende, die wir von unseren Vorfahren erhalten haben mittels Patenten und Lizenzen zu privatisieren.“

Über Ländergrenzen hinweg
„Saatgut wurde von den Menschen immer mitgenommen, wenn sie ihre Heimat verließen, denn sie waren sich bewusst, dass es ihre Lebensgrundlage ist“, erklärt Martin Keller. Bis heute würden Migranten mit diesem Bewusstsein ihr Saatgut in die neue Heimat mitnehmen – und damit auch ein Stück ihrer Kultur. Fast alle unsere Nahrungspflanzen haben einen Migrationshintergrund – Woher stammt das Obst, Gemüse und Getreide das wir täglich essen? Die Ausstellung „Kulturpflanzen und Migration“ wird dazu Auskunft geben und zeigen, wie durch Wanderungsbewegungen des Menschen unsere wertvolle und bunte Vielfalt entstanden ist.

Lebensraum Acker
Jede Landwirtschaft hängt von der biologischen Vielfalt ab. Nicht nur in Form von Nutzpflanzen, sondern auch in Form von Ökosystemleistungen. Ob die Humusbildung im Boden oder die Bestäubung der Blüten – beides ist ohne die Milliarden an kleinen Helfern, die diesen Job tagtäglich unentgeltlich erledigen, nicht denkbar. Umgekehrt sind diese Helfer und andere Tiere und Pflanzen von einer nachhaltigen Landwirtschaft als Lebensraum abhängig. Die Ausstellung „Landwirtschaft & Naturschutz in Mainfranken“ gibt Einblicke in den Lebensraum Acker und zeigt die enge Verflechtung und Abhängigkeit zwischen Landwirtschaft und biologischer Vielfalt.

Schwerpunkt Getreidevielfalt
Bisher lag der Fokus des Saatgut-Festivals auf Gemüsesaatgut und Obst. Jetzt erweitern die Veranstalter das noch um die Getreidevielfalt. Dr. Klaus Fleißner von der Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising wird über sein Projekt berichten, das alte bayerische Sorten aufgespürt hat, sichtet und hoffentlich auch bald verstärkt in den Anbau bringt. Geplant ist für nächstes Jahr der Anbau einer unterfränkischen Weizensorte bei Hans Gebert in Gnodstadt, der in seiner Bäckerei ausprobieren möchte, was sich Gutes daraus backen lässt.
Weitere Infos auf der Homepage: www.openhouse-site.de